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Romantik ohne Neoprenanzug

Der Jettenbacher Marcel Goldammer spielt im Leipzig-Tatort mit - Schon als Zwölfjähriger Statist am Pfalztheater

Von Klaudia Gilcher

Tja, wie kann man den Jungschauspieler Marcel Goldammer nun am treffendsten beschreiben? Jeans, Turnschuhe und Poloshirt, blondes Kurzhaar, funkelnde Augen, oft am Lachen. Und sonst? Begeisterungsfähig vielleicht? Aber sicher, so wie er zum Beispiel von seinen Japan-Reisen, „den Touren zehn Jahre in die Zukunft", schwärmt. Vom hektischen Tokio, stillen Klöstern und hypermodernen Toilettenspülungen. Auch mit den Missgeschicken eines Europäers bei der Teezeremonie hält der junge Mann nicht hinterm Berg.

Zielstrebig? Das wohl auch. Nicht nur, dass der heute 18-Jährige schon als junger Teenager für einen renommierten Verlag die fachlichen Anmerkungen zu den japanischen Manga-Comics (neben der Schauspielerei auch eine seiner großen Leidenschaften) schrieb und, folgerichtig möchte man sagen, dann auch Japanisch lernte. Regelmäßig nimmt er privaten Schauspielunterricht und jobbt, um die mimische Leidenschaft zu finanzieren. Ein Casting nach dem anderem besucht er in seiner Wahlheimat Berlin, immer bemüht, der „eine unter den hundert" zu sein, der die Rolle kriegt. Ausgezahlt hat sich die Zähigkeit schon: Am 30. Oktober wird der Leipzig-Tatort „Freischwimmer" gesendet. Mit dabei in seiner ersten großen Produktion ist Marcel Goldammer.

Mutig? Unbedingt! „Wenn man viel erreichen will, muss man auch mal was riskieren", fassen die Eltern heute jenen Schrecken zusammen, der sie packte, als Sohn Marcel mit gerade 15 verkündete, sich jetzt endgültig aus dem ruhigen Jettenbach ins chancenreiche Berlin aufmachen zu wollen. Leicht ist es ihnen nicht gefallen, den Sohn ziehen zu lassen, aber: „Was soll einer auch in Jettenbach machen, wenn er Schauspieler werden will?"

Der Eroberungszug in Richtung der Bretter, die die Welt bedeuten, kam nicht von ungefähr. Schon mit zwölf übernahm Marcel Statistenrollen am Kaiserslauterner Pfalztheater: „Aber meine Eltern mussten mich immer fahren, weil keine passenden Busse gingen." Dann, nach einem Praktikum in der Dramaturgie, stand der Entschluss fest: „Ich wusste genau, dass ich das mein Leben lang machen wollte." Also machte er sich auf in die Stadt mit der größten Theaterdichte der Republik, wo es erstens eine gute Freundin gab und zweitens natürlich auch eine passende Schule für den Waldorf-Schüler.

Die hat Marcel Goldammer, der nicht im Traum an einen Künstlernamen denkt, inzwischen abgeschlossen. Jetzt will er einen Platz in einer Schauspielschule ergattern: „Am Theater geht nichts ohne fundierte Ausbildung." Beim Film mit seiner „minimierten, sehr natürlichen Darstellung" offenbar schon. Beim Vorsprechen hatte Goldammer genau das geschafft, was der Regisseur sehen wollte: „Die eine Szene, diesen einen Moment des Geschehens, so spielen, dass es die Leute glauben."

Riesigen Spaß gemacht haben Goldammer die zehn Drehtage mit Fernsehstars wie Julia Jäger und natürlich den „Kommissaren" Peter Sodann und Bernd Michael Lade. Alle hätten sehr viel Geduld mit einem Greenhorn wie ihm gehabt.

Wenn er die Markierungen nicht getroffen hat, zum Beispiel: „Ich hatte dann immer ein schlechtes Gewissen, weil eine verbockte Aufnahme ja auch viel Geld kostet. Aber die Profis laufen auch nicht immer richtig", hat Goldammer seine Lektionen gelernt. Auch die Unangenehmen: Die romantische Nachtbadeszene etwa, die der geneigte Zuschauer am 30. Oktober vermutlich vom kuscheligen Sofa aus verfolgen wird, die wurde bei acht Grad Außentemperatur um zwei Uhr früh gedreht. Mehrmals noch dazu. „Beim dritten Mal sogar mit einer Unterwasserkamera. Der Kameramann trug einen warmen Neoprenanzug, wir nicht", erinnert sich Goldammer beim Besuch im Jettenbacher Elternhaus an jene Szenen im eisigen Wasser, bei denen er „jetzt sterbe ich" dachte.

„Aber seither war ich nicht ein einziges Mal erkältet. War wohl gut für die Abwehrkräfte", lacht er schon wieder. Leidensfähig ist er also auch. Und zuversichtlich.

MEYERC / MEYERC
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Westricher Rundschau
Datum: Nr.237
Datum: Mittwoch, den 12. Oktober 2005
Seite: Nr.13
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eingestellt : 25.10.2005

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