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Strikt gegen Müllverbrennung

JETTENBACH : Nach genau neun Jahren löst sich Bürgerinitiative auf

Zweck erfüllt: Ganz genau neun Jahre nach ihrer Gründung hat sich die Bürgerinitiative gegen eine Müllverbrennungsanlage auf dem Schneeweiderhof nun aufgelöst. Ihr Anliegen - die geplante Verbrennungsanlage zu verhindern - hatte sich bereits wenige Wochen, nachdem sich der massive Widerstand formiert hatte, erfüllt.

Allerdings habe man abwarten wollen, wie sich die Situation in Sachen Müllbehandlung im Landkreis Kusel entwickelt. Und nachdem es jetzt grundsätzlich so gekommen sei, wie die Initiative von Anfang an vorgeschlagen habe, sei eine Auflösung folgerichtig gewesen. Dies erklärte Bernd Ginkel, der die Initiative seit Anbeginn anführte.

Es ist beileibe nicht immer so, dass sich auch Erfolg einstellt, wenn sich Bürger massiv gegen ein geplantes Vorhaben wehren, sich zusammenschließen, um Widerstand gegen ein von höherer Stelle geplantes „Übel" zu leisten. Was die „Bürgerinitiative gegen eine geplante Müllverbrennungsanlage im Kuseler Musikantenland e.V" betrifft, so heften sich die Verantwortlichen aber auch nicht etwa an die Brust, es sei alleine ihr Verdienst gewesen, dass die Anlage nie gebaut wurde. Allerdings haben die Bürger damals auf vehemente Weise ihren Unwillen kundgetan, viel Zulauf und Rückendeckung erfahren.

Nach acht Wochen vom Tisch

Als die Initiative am 13. Januar 1997 formell aus der Taufe gehoben wurde, konnte keiner ahnen, dass bereits knapp acht Wochen später das Thema „thermische Müllbehandlung auf dem Schneeweiderhof" wieder vom Tisch sein würde. Am 19. März 1997 gab Landrat Dr. Winfried Hirschberger bekannt, dass die Anlage definitiv nicht gebaut würde. Die Prüfung der Ergebnisse einer wirtschaftlichen Analyse hätten keine andere Entscheidung zugelassen. Ohne Partnerkreise, alleine für den Landkreis Kusel, sei die Verbrennungsanlage nicht machbar.

Kreis auf Suche nach Partnern

Bereits im September 1995 hatte der Landrat erstmals öffentlich von einer möglichen Müllverbrennung auf dem Schneeweiderhof gesprochen. Ende November war man schon ein Stück weiter: Der Kreisausschuss gab eine „Machbarkeitsstudie" in Auftrag. Wiederum acht Wochen später gab sich der Landrat überzeugt, dass bis zum Jahr 2000 eine Müllverbrennungsanlage auf dem Schneeweiderhof in Betrieb sei. In einem Pressegespräch kündigte er an, man werde sich auf die Suche nach Partnern begeben, damit gewährleistet sei, dass die Kapazitäten auch ausgelastet würden.

Die plötzliche Kehrtwende stieß noch am gleichen Tag auf einhellige Zustimmung bei allen im Kreistag vertretenen Fraktionen. Zumindest die Sprecher von CDU, Grünen, Freien Wählern und FDP hatten zuvor bereits Bedenken geäußert, zumindest den ins Auge gefassten Standort auf dem Schneeweiderhof als nicht geeignet angesehen.

Richtig in die Gänge gekommen waren die Gegner der Müllverbrennung im November 1996. Bei einer Fachtagung der SPD zum künftigen Entsorgungskonzept hatte der Landrat den Schneehof als Standort für eine MVA favorisiert. Damals sah es noch so aus, als müsse der Kreis Kusel bis spätestens 2005 seinen Müll verbrennen.

Und schon formierte sich der Widerstand. Nach einer ersten Informationsveranstaltung dauerte es nicht lange, bis die Bürgerinitiative am 13. Januar 1997 als Verein gegründet wurde. Insgesamt schlossen sich an die 800 Bürger an, unterstützten die Ziele. Die führenden Köpfe machten sich eine Heidenarbeit, klapperten beispielsweise sämtliche Gemeinden im Nordkreis ab, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und Mitstreiter zu gewinnen. Unter anderem wurden 25.000 Info-Zettel verteilt, erinnert sich Bernd Ginkel. Der heutige Jettenbacher Ortsbürgermeister war von Beginn an Vorsitzender der „BI".

Andere Initiativen unterstützt

Auch als die MVA vom Tisch war, sah die Initiative ihre Arbeit noch nicht als erledigt an. In der Folge war es Ziel, gegen „Mülltourismus" tätig zu werden, der nun drohte, da der Müll anderswo behandelt werden sollte. Auch unterstützte man andere Initiativen, wie beispielsweise die gegen Klärschlammverbrennung in Bexbach. Vor allem aber können sich die Bürger eines ans Revers heften. Heute ist es in Sachen Müllbehandlung so gekommen, wie es die BI von vornherein wollte: Statt Verbrennung - also einer thermischen - hatte sie schon von Anfang an eine biologisch-mechanische Vorbehandlung des Mülle favorisiert.

Nicht umgesetzt worden sei ihr Vorschlag, eine Anlage auf dem Schneeweiderhof zu bauen, die genau dies leiste. Schade, findet Ginkel. Eine solche Anlage könnte heute in Betrieb sein - und hätte Arbeitsplätze gebracht. (cha)

MEDERW / MEDERW
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Westricher Rundschau
Datum: Nr.15
Datum: Mittwoch, den 18. Januar 2006
Seite: Nr.11
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eingestellt : 01.02.2006

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