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Im Notfall auch nachts Sirenen-Lärm unverzichtbar

Nach Fehlalarmen stille Alarmierung in Abend- und Nachtstunden angeregt - Wehrleiter sieht keine Chance

Genau drei Wochen ist es her: Die Sirenen heulen, rufen die Feuerwehr Jettenbach zum Einsatz. Schnelle Hilfe ist gefragt, es geht um Menschenleben. Eine Wohnung steht in hellen Flammen. Weil Wunderkerzen einen Weihnachtsbaum entzündeten, ruckzuck das Mobiliar Feuer gefangen hatte, erlitt eine ältere Frau schwere Verletzungen. Auch ein Feuerwehrmann wurde beim Einsatz verletzt (wir berichteten).

Viele Bürger standen noch unter dem Eindruck dieses schlimmen Erlebnisses, als rund zehn Tage später erneut die Sirene lief. An einem Samstagabend rüttelte das Alarmsignal binnen 90 Minuten gleich zweimal am Nervenkostüm. Zum Glück stellte sich heraus, dass in beiden Fällen kein Einsatz nötig war. Die automatische Brandmeldeanlage auf der Mülldeponie Schneeweiderhof hatte fälschlicherweise Alarm geschlagen.

Die Besorgnis, die manchen Bürger wegen des lautstarken Alarms ergriffen hatte, erwies sich als unbegründet. Doch stellte sich danach die Frage, ob dies denn unbedingt sein müsse. Jettenbachs Ortsbürgermeister Bernd Ginkel hat sich diese Frage mehrfach stellen lassen müssen. Wobei Ginkel selbst größtes Verständnis dafür aufbringt, dass Einwohner des Ortes ungerne unnötig aufgeschreckt werden. Er regte daher eine Überlegung an: Ist es denn nicht möglich, zumindest abends und nachts auf die Sirenen-Alarmierung zu verzichten? Angesichts der Tatsache, dass die Wehrleute fast alle mit so genannten Piepsern ausgerüstet sind, müsste eine „stille Alarmierung" doch ausreichen.

Tagsüber andere Situation

„Das gilt nicht für den Fall, dass tagsüber was passiert. Da sollen die Leute aufmerksam werden, sollen herbeieilen, wenn möglich Hilfe leisten, auch wenn sie nicht zur Feuerwehr gehören", so die Auffassung des Ortsbürgermeisters. Zumal Ginkel - selbst 25 Jahre lang aktiver Feuerwehrmann - um die Problematik des beruflich bedingten Personalmangels der Feuerwehren tagsüber an Werktagen weiß.

Gemeinsam mit den Wehren in Eßweiler und Rothselberg bildet die Jettenbacher Feuerwehr eine so genannte Ausrückgemeinschaft. Will heißen, dass bei Einsätzen in und um einen der Orte stets alle drei Löscheinheiten zusammen alarmiert und zur Einsatzstelle gerufen werden. Das erhöht natürlich auch die Zahl der Fälle, da in den betroffenen Dörfern die Sirene zu hören ist - auch wenn der Einsatzort drei, vier Kilometer entfernt liegt.

Technisch wäre es kein Problem, auf die Sirene zu verzichten. Die Einsatzleitstelle bei der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern hält sich an die Vorgaben der vor Ort verantwortlichen Feuerwehr-Führungskräfte. Gäbe die Verbandsgemeinde entsprechende Anweisung, würde die Leitstelle künftig nachts nur noch still alarmieren. Nur: So weit wird es nicht kommen.

Funklöcher erschweren Empfang

Die Begründung ist mehr als einleuchtend: Sich in Jettenbach, Rothselberg und Eßweiler auf eine stille Alarmierung zu beschränken, ist aus Gründen der Sicherheit nicht zu verantworten. Diese Ansicht vertritt Hans Walter Kallweilt, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wolfstein. Es sei ein rein technisches Problem. Die Funkmeldeempfänger seien in den betroffenen Orten unzuverlässig, Funklöcher erschwerten den Empfang. Damit im Notfall bestmögliche Hilfe vorschriftsmäßig und in gebotener Schnelle auf den Weg gebracht werde, führe an einer Alarmierung per Sirene schlichtweg kein Weg vorbei. Sich auf die Funkempfänger zu verlassen und erst dann, wenn keiner oder zu wenige darauf reagieren, die Sirene auszulösen, das sei schlichtweg nicht zu verantworten, so Kallweit. Damit müssten die Bürger - zumindest bis zur Einführung des digitalen Funks - einfach leben. „Die Feuerwehrleute selbst werden schließlich auch um den Schlaf gebracht - und müssen im Notfall auch noch schwer anpacken, um anderen zu helfen." (cha)

SCHEIFB

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Westricher Rundschau
Ausgabe: Nr.25
Datum: Mittwoch, den 30. Januar 2008
Seite: Nr.13
"Deep-Link"-Referenznummer: '3149562'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper


eingestellt : 11.02.2008

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