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Zur Ortsgeschichte (Teil1)

Fast aus allen zeitlichen Epochen seit der Steinzeit, kann man auf unserer Gemarkung Nachweise zur Anwesenheit von Menschen finden. Besonders erwähnenswert ist eine mittelsteinzeitliche Siedlungsstelle, welche über mehrere Jahre hinweg begangen und ausgewertet wurde.

Reste von Grabhügeln aus der mittleren Bronzezeit befinden sich im Jungenwald zwischen Jettenbach und Kollweiler. Leider sind nur noch wenige Inhalte dieser Grabhügel erhalten geblieben. Hierunter befindet sich eine Beil und ein Opfermesser.
Mehr Informationen stehen uns aus der Römerzeit zur Verfügung. Für Jettenbach sind mit Sicherheit drei römische Siedlungen nachzuweisen. Weitere Ansiedlungen werden noch vermutet. Am interessantesten war wohl ein Höhenheiligtum auf dem Potschberg, welches 1964/65 dem Steinabbau weichen mußte.

Geländebegehungen brachten Münzfunde aus dem 1. bis 4. Jh. n. Chr. an den Tag. Interessant erscheint auch eine Bronzefigur die den Gott Merkur darstellt (2.Jh.).
Zwei Siedlungskomplexe wurde näher untersucht. So fand man an der westlichen Gemarkungsgrenze gegen Bosenbach zu, bereits um 1960 eine Siedlung und führte eine Grabung durch. Mauerreste, Tonreste, tönerne Wasserleitungsrohre und Bruchstücke von Heizungsröhrchen lassen hier auf eine Besiedlung im 2. und 3. Jh. schließen.
Eine umfangreichere Untersuchungen erfuhr der Siedlungskomplex am Trautmannsberg. Hier ermöglichte im Jahre 2002/2003 die Verlegung einer Ferngasleitung eine intensive Untersuchung des Geländes. Diese Ansiedlung stellt eine äußert weitläufige römische Anlage dar. Möglicherweise befand sich hier sowohl ein Tempelbezirk, als auch eine Villa Rustica, was durch zahlreiche Nebengebäude zu belegen ist.
Gleichzeitig fand man auf der Trasse der Gasleitung Reste von vorrömischen Grubenhäusern (Keltenzeit).
Ein Urnengräberfeld aus der frührömischen Epoche wurde am Wingertsberg nachgewiesen. (1995)

Nachdem die Römer unser Gebiet aufgelassen hatten, blieb unsere Gemarkung für mehrere Jahrhunderte unbewohnt. Erst in der Zeit der fränkischen Landnahme haben sich wieder Menschen angesiedelt. Älter als der heutige Ort dürfte die aufgelassene Siedlung Zeißweiler sein. Diese lag im nördlichen Bereich der Gemarkung und bildete den letzten Weiler-Ort am Ende des Eßweiler Tales. Ein einziger Aktenbeleg aus dem Jahre 1432 berichtet uns von der Existenz dieser Siedlung, welche damals bereits nicht mehr existierte. Kenntnisse zum Leben und dem Schicksal ihrer Menschen sind uns genauso wenig überliefert, wie ihre genaue Lage.
Über die Ortsgründung und die ersten Jahrhunderte von Jettenbach ist uns gleichfalls nichts bekannt. Die Gründung des Dorfes kann für die Zeit vor der ersten Jahrtausendwende angenommen werden. Urkundlich erwähnt wird der Ort erstmals 1348. Damals gehörte man zu dem weitläufigen Gebiet des Reichslandes bei Kaiserslautern, welches schon in einzelne Gerichte aufgeteilt war. Jettenbach gehörte damals zum Gericht Deinsberg (Theißberg). Dieses Gericht Deinsberg wird später auch als Jettenbacher oder Reichenbacher Gericht bezeichnet. Anscheinend wechselte die Bezeichnung mit dem Wohnsitz des Schultheißen.
Eine weitere Urkunde von 1393 besagt uns, daß das Dorf aus zwei Ortsteilen (Ober- und Niedergittenbach) bestand. Niedergittenbach ist mit Sicherheit der heutige Ortskern. Wo sich Obergittenbach befand konnte noch nicht genau lokalisiert werden. Glaubt man den Überlieferungen, so lag dieser Ortsteil am Zusammenfluß der beiden Bäche Rutzenbach und Selchenbach.

Das Deinsberger Gericht gehörte seit dem 12. Jh. den Grafen von Veldenz, gelangte 1444 in Besitz der Herzöge von Zweibrücken und kam 1543 wieder zum neu gebildeten Fürstentum Veldenz-Lauterecken. Erst aus dieser Zeit sind uns nähere Hinweise zu unserem Dorf überliefert.

Der 30-jährige Krieg brachte auch für Jettenbach einen Niedergang. Bedingt durch die abseits der Heerstraßen gelegene Lage, war es den Menschen möglich, zumindest zeitweise in ihren Behausungen zu bleiben. Trotzdem muß davon ausgegangen werden, daß der Ort größtenteils zerstört wurde und auch drei Viertel der Bevölkerung dem Krieg und den Krankheitswellen zum Opfer fielen. Oftmals suchte man während des Krieges Zuflucht hinter den Mauern von Lauterecken, dem Residenzort der Fürstenfamilie.
Nach dem Kriege kamen Neusiedler ins Dorf, was durch einzelne Namensbelege festzustellen ist. Diese vermischten sich mit der alteingesessenen Bevölkerung und mußten auch mit diesen erneute Kriegsdrangsale überstehen. Die Eroberungskriege von Ludwig XIV. belasteten die Menschen nochmals dermaßen, daß zeitweise Verhältnisse wie im 30-jährigen Krieg herrschten. Machtlos stand diesem Treiben unsere Fürstenfamilie der Veldenzer gegenüber. Ihr letzter männlicher Sproß verstarb 1694 in Straßburg. So entbrannte nun ein Streit zwischen Pfalz-Zweibrücken und Kurpfalz wegen der Erbfolge. Kurpfälzische Truppen besetzten das Amt Lauterecken und die Schultheißerei Reichenbach kurzerhand, nachdem 1697 die Franzosen abgezogen waren. Durch eine Vergleich zwischen beiden Fürstenhäusern gehörte Jettenbach dann endgültig seit 1733 zur Kurpfalz. Hierbei blieb man bis zur Auflösung der alten Herrschaftsgebildete während der Franzosenherrschaft um 1800.
Erst zu Beginn des 18. Jh. hatte das Dorf seine ehemalige Größe wieder erreicht. Doch nun wendeten erneut die ersten Mitbürger ihrem Dorf den Rücken zu. Bereits 1708/09 verließ eine Familie das Dorf, um in Amerika einen Neuanfang zu machen. Im ausgehenden 18. Jh. versuchten etliche Familien und Personen in den Gebieten der Donaumonarchie und in Rußland ein besseres Auskommen zu erlangen.

Diese Abwanderungsbestrebungen stoppten vorübergehend, als man während den Revolutionsjahren und dem Napoleonischen Kaiserreich zu Frankreich gehörte. Truppendurchmärsche, Proviantlieferungen und Einquartierungen, ja sogar eine Plünderung des Dorfes am 4. Januar 1794 mußte die Bevölkerung über sich ergehen lassen. Bei dieser Plünderung hat man den Menschen neben ihrer Kleidung, dem Hausrat und den Lebensmitteln, das ganze Vieh aus den Ställen getrieben und mitgenommen.
Während der Kriegszüge Napoleons waren jettenbacher Söhne unter Frankreichs Fahnen verpflichtet worden und kämpften für das neu gegründete Kaiserreich in ganz Europa. Das Ende des Kaiserreiches brachte erneut hohe Belastungen für unser Dorf. Einquartierungen von deutschen sowie nachrückenden russischen Truppen hatten die Einwohner zu ertragen.
Die Neuordnung durch den Wiener Kongreß brachte für die Pfalz den Anschluß an Bayern.
Jettenbach gehörte nun zum Kanton Wolfstein, Landkommissariat Kusel.

Zu Beginn des 19. Jh. war ein starker Bevölkerungszuwachs im Dorf zu verzeichnen. Dies führte durch die gebräuchliche Realteilung zum wirtschaftlichen Niedergang vieler Bauernfamilien. Man war nun gezwungen nach neuen Verdienstmöglichkeiten zu suchen. Eine starke Handwerkerschaft konnte nur bedingt ihre Waren absetzen und so kam es, daß für das 19. Jh. weitere Auswanderungswellen zu verzeichnen sind. Diese führten fast ausnahmslos nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die letzte größere Auswanderungswelle fand zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg statt, wobei mehr als 200 Personen ihrem Dorf den Rücken kehrten.

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