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Zur Ortsgeschichte (Teil 2)

Doch nun nochmals zurück ins 19. Jh.

Wirtschaftliche Probleme in der Pfalz, welche sich durch die isolierte Lage zum bayerischen Mutterland erklären, führten zu Bestrebungen die Pfalz von Bayern abzukoppeln. Ihren Höhepunkt fand diese Bewegung in der Pfälzischen Revolution von 1849. Auch unser Dorf wurde mit der Pfälzischen Revolution konfrontiert. Insbesondere der in Jettenbach geborene Lehramtsanwärter Ludwig Heinrich Hauber trat für seine Ideale ein. Er ließ sich sogar von seiner Schulstelle in Katzweiler beurlauben, um sich ganz seiner Ziele zu widmen. Ludwig Heinrich Hauber war in erster Linie im Kanton Wolfstein mit der Beschaffung von Geldmitteln und dem Aufstellen des Landsturmes (Volksarmee) beschäftigt.

In Jettenbach selbst fand am 10. Juni im Wald „Strieth“ eine stark besuchte Volksversammlung statt. Am folgenden Tag mobilisierte Hauber den Landsturm, der die anrückenden Preußen abwehren sollte. Mit wenigen Gewehren ausgestattet, die meisten hatten primitive Waffen (Sensen, Gabeln und Dreschflegel) dabei, glaubte er den Feind zu besiegen. Die Landsturmmänner waren jedoch übereingekommen sich bei Gefahr wieder nach Hause zu begeben, was sie auch unverzüglich taten als sich die Preußen näherten. Selbst Hauber, von seine Truppen verlassen, versuchte sein Glück in der Flucht ohne je einen Preußen gesehen zu haben. So war für Jettenbach die Pfälzische Revolution schon beendet, bevor sie richtig begonnen hatte.

Bis ins letzte Drittel des 19. Jh. waren in unserem Dorf aus wirtschaftlicher Sichtweise kaum Veränderungen aufgetreten. Erst nach dem gewonnen Krieg von 1870/71 konnte eine wirtschaftliche Verbesserung verspürt werden. Dieses Aufblühen kam in erster Linie von der Kaufkraft der Wandermusikanten und einer allmählich einsetzenden regen Bautätigkeit. Ganze Straßenzüge entstanden neu und das Dorf begann stark anzuwachsen. Um die Wende vom 19. zum 20. Jh. zählte man über 1000 Einwohner in Jettenbach.

Diese „gute alte Zeit“ wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges beendet. Entgegen der bisherigen Kriege mußten viele wehrfähige Männer des Dorfes zum Militärdienst. Viele von ihnen kehrten nicht mehr zurück. Nun folgten erneut schwierige Jahre für die Bevölkerung, da es nur wenige Verdienstmöglichkeiten gab.
Bereits um 1927 bekamen einige, meist jugendliche Männer Kontakt mit dem Nationalsozialismus.

Um 1929 bestand in Jettenbach eine nationalsozialistische Ortszelle, welche sich der Ortsgruppe Kollweiler angeschlossen hatte. Im Jahr der Machtübernahme gelang auch den Nationalsozialisten den Gemeinderat komplett zu besetzen.
Nun folgte für die arbeitslose Bevölkerung eine schrittweise Verbesserung ihrer Lage. Zur Arbeitsbeschaffung wurde der Jettenbach begradigt und mit Wasserbausteinen ausgemauert sowie ein „Badeweiher“ angelegt.
Allmählich verbesserte sich die Auftragslage des zum Nachbarort Eßweiler gehörigen Steinbruches auf dem Schneeweiderhof wieder und man konnte dort über 600 Personen beschäftigen.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mußte die meisten wehrfähigen Männer in den Krieg. Die fehlenden Arbeitskräfte in der Landwirtschaft wurden durch Kriegsgefangene aus Frankreich und Arbeitskräfte aus den Ostgebieten ersetzt.
Während des Krieges wurde das Dorf nicht direkt mit dem Kriegsgeschehen konfrontiert. Zurückfließende Truppenteile waren gegen Kriegsende immer wieder kurzzeitig in Jettenbach einquartiert. Die letzten deutschen Soldaten verließen um die Mittagszeit am 17. März 1945 das Dorf. Außerhalb des Dorfes wurden sie sofort von amerikanischen Fliegern angegriffen, Die ersten amerikanischen Verbände erreichten am frühen Nachmittag des 19.März1945 das Dorf.

Zu keiner Zeit hat unser Dorf einen so starken Wandel mitgemacht wie nach dem Zweiten Weltkrieg. War das Dorf bisher von Bauern, Handwerkern, Musikanten und Arbeitern geprägt, so änderte sich die Erwerbsgrundlage des überwiegenden Bevölkerungsanteils innerhalb weniger Jahre.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war das über einhundert Jahre hier anzutreffende Musikantentum fast vollkommen zum Erliegen gekommen. Obwohl einige Altmusikanten glaubten nochmals an vergangene Zeiten anzuknüpfen, mußten sie bald erkennen, daß das Wandermusikantentum endgültig vorüber war.

Nachdem noch zu Beginn der 50iger Jahre die alten Strukturen im Dorf erhalten blieben, begannen immer mehr Menschen außerhalb des Dorfes eine Beschäftigung aufzunehmen. Hierzu boten sich die neu geschaffenen Arbeitsplätze der amerikanischen Streitkräfte in Kaiserslautern, Ramstein und Miesau an.

Ein Aufblühen der Bauindustrie verschaffte weitere Verdienstmöglichkeiten. Hinzu kamen Arbeitsplätze in der Industrie. Im Ort selbst gingen die landwirtschaftlichen Betriebe immer mehr zurück. Von diesem Rückgang waren auch die traditionellen Handwerksbetriebe des Dorfes betroffen, wovon einige in enger Anlehnung an die Landwirtschaft existierten.
Heute zeigt sich der Ort als fast reine Wohngemeinde dem Besucher. Landwirtschaftliche Betriebe sind lediglich noch auf den Aussiedlerhöfen (5) anzutreffen, wovon einer bereits aufgegeben wurde.

Auch die Handwerksbetriebe sind mittlerweile auf wenige Betriebe zurückgegangen. Glücklicherweise bestehen für die örtliche Bevölkerung noch ein Metzgereibetrieb mit eigener Schlachtung sowie ein Lebensmittelgeschäft mit Backwaren, welche zumindest die Grundversorgung ermöglichen.

Als leistungsfähiger Großbetrieb ist noch der Hartsteinbruch der Basalt AG in Jettenbach zu nennen. Hier werden die vor Ort gewonnen Hartsteine verarbeitet (gebrochen) und zum Verkauf in Silos oder auf dem Lagerplatz zwischengelagert. Die Jahresausbringung beträgt bis zu 600 000 t. pro Jahr.
Dem Steinbruchbetrieb ist eine Bitumenmischanlage angeschlossen.

Bereits in den Jahren um 1970 erreichte Jettenbach im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gute Positionen. Bedingt durch Kanal- und Straßenbauarbeiten hat man längere Zeit nicht mehr an diesem Wettbewerb teilgenommen. Erneute Teilnahmen erfolgte seit den 90ger Jahren.

Die bisher beste Plazierung erreichte man im Jahre 2003, als man den zweiten Platz der Hauptklasse auf Kreisebene belegte. Daraufhin konnte unser Dorf beim Gebietsentscheid Rheinhessen-Pfalz teilnehmen und erlangte hier den ersten Platz. Nun hatte sich Jettenbach erstmals für die Bewertung auf Landesebene qualifiziert. Hier belegte man den siebten Platz.
Im November 2003 überreichte die Ministerin für Umwelt und Forsten, Margit Conrad, dem Ortsbürgermeister Bernd Ginkel den Sonderpreis für „Vorbildliche ökologische Leistungen der Gemeinde“. Dies begründete sich in erster Linie für die zukunftsweisenden Heizungsanlagen (Holzpellets und Holzhackschnitzel), den Solar- und Photovoltaikanlagen sowie einem ausgeprägten Engagement für den Naturschutz innerhalb des Gemeindegebietes.
2004 wurde die Gemeinde hierfür auch noch mit einem vierten Platz des Umweltschutzpreises des Landkreis Kusel bedacht.

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